Schnee und Orchideen

"Die Liebe eines Magiers ist das hellste Licht
und die tiefste Dunkelheit."


Die Reise geht weiter.
"Schnee und Orchideen" ist die großartige Fortsetzung von "Indigo und Jade".
Und bereits Teil 1 von Brittas Dilogie um den Magier und sein Menschenmädchen konnte mich in seinen Bann ziehen.

"Wie viele von den Geschichten, 
die wir Märchen nennen, mögen wahr sein? 
Wie viel halten wir für unmöglich, obwohl es doch geschehen ist?"

Britta hat wieder einmal eine fantastische Welt erschaffen. Auf der einen Seite all die Düsternis und all das Leid, welches als drückende Stimmung über allem schwebt, zusammen mit grausigen Schauplätzen und Ereignissen, die beim Lesen mit ihren kalten Klauen nach einem greifen.
Und auf der anderen Seite Hoffnung, magische, wunderschöne Schauplätze (ich bin immer noch ganz verliebt in Scharzad und Nemuris Gasthaus) und faszinierende Kreaturen.
Ich bewundere immer wieder ihren Einfallsreichtum, denn Britta hat ein Händchen dafür, fantastische Kreaturen zu erschaffen. Seien es nun Kelphirsche, die aus dem Meer steigen, prächtige Rosenköniginnen oder kleine, mordlüsterne und garstige Pilzkerlchen.

"... Der Jasmah-Isdar nutzt das Dunkle, das in euch lebt. 
Er sät Lügen und Hass, Misstrauen und Zorn. 
Er sorgt dafür, dass ihr euch gegenseitig hasst und verachtet, anstatt zusammenzuhalten. 
Ein einziges Wort kann genügen, um einen Krieg anzuzetteln. 
Eine einzige Lüge hat genug Kraft, um eure Welt in den Abgrund zu stürzen." 

Wie bereits in den Büchern zuvor, liebe ich Brittas Schreibstil. Sie schafft es, dass man auf Nebelwalen durch den Himmel gleitet, fast einen Herzinfarkt bekommt, weil man vor wilden Kreaturen flieht, fasziniert den Mondzirpen dabei zusieht, wie sie aus den Tiefen eines Teiches in den Himmel emporsteigen oder an den Lagerfeuern den Geschichten der Araschnun lauscht und sich wünscht, man würde ebenso an diesen Feuern sitzen.
Erzählt wird aus verschiedenen Sichtweisen und wenn man so manches Mal dachte, man wisse wie es weitergeht, machte Britta einem einen Strich durch die Rechnung. Schockmomente und Gedanken wie "Ok, wie will sie da jetzt wieder raus kommen?!" oder "Ohhhh.....aaahhhh"  inklusive.

Trotz der Düsternis und dem Ernst der Lage,  kommt auch der Humor nicht zu kurz.
Allein schon manches Gespräch zwischen der Opalfüchsin Ischme und Indigo. Aber auch der Zwerg Timotheus sorgt wieder dafür, dass sich die Stimmung so manches Mal auflockert.

Die Charaktere sind wunderbar beschrieben und fast alle habe ich auf irgendeine Weise schnell ins Herz schließen können. Sie handeln durchweg nachvollziehbar, sind so verschieden und trotzdem harmonieren sie ganz wunderbar miteinander.

"Schnee und Orchideen" ist eines der Bücher, bei denen ich mir wieder sehr viele Stellen markiert habe. Einfach weil sie so schön sind, so traurig, so lustig oder so wahr.

"Der Tanz ist das Leben, hat Jinni mir erklärt. Und genau so ist es. 
Was dort unten geschieht, ist ein immerwährender Wechsel 
aus Licht und Dunkelheit, Liebe und Schmerz, Trauer und Hoffnung."

Mein persönlicher und auch einziger Kritikpunkt sind die Drachen.
Da fand ich es schade, dass diese nur "kurz nebenbei angeschnitten" wurden.


Fazit:
Teil 2 konnte mich noch mehr begeistern als Teil 1.
Wer romantisch-düstere Fantasy mag, wird die Dilogie um Indigo und Jade lieben!
Eine spannende und romantische Geschichte in einer fantastischen Welt, voller faszinierender Kreaturen und toller Charaktere, die man trotz der Gefahr sofort auf ihrer beschwerlichen Reise begleiten möchte. 




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